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Proaktiver Service-Vertrieb im Maschinenbau

Warum im Servicegeschäft das größte ungenutzte Potenzial des Maschinenbaus liegt – und wie Sie es mit proaktivem Service und Pay-per-X-Modellen heben.

Technikerin mit Schutzhelm an einer Maschinensteuerung

Executive Summary

Das Wichtigste in Kürze.

Proaktiver Servicevertrieb verspricht deutlich höhere Margen als das Neuanlagengeschäft – und mit Pay-per-X-Verträgen Planungssicherheit und konstante Einnahmen.

Für uns ist er der Königsweg, weil er zwei der größten Herausforderungen im B2B zugleich löst:

  • Die Margen sinken, die Konkurrenz wächst. Mit proaktivem Service binden Sie Kunden stärker und bieten Lösungen, die genau auf ihren Bedarf zugeschnitten sind.
  • Rein reaktiver Service reicht Kunden nicht mehr. Sie erwarten schnellen, flexiblen Service und informieren sich zuerst selbst – die richtige Strategie sorgt dafür, dass sie diese Informationen von Ihnen bekommen.

Dafür braucht es eine neue Mentalität im ganzen Unternehmen, nicht nur im Vertrieb, und zeitgemäße Touchpoints. Studien zeigen: Das Servicegeschäft gewinnt in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung. Je früher Sie starten, desto besser.

Status quo

Die Lage im Maschinenbau.

Krieg, Pandemie, Lieferketten – die Herausforderungen sind groß. Doch viele Probleme bestehen schon seit über zehn Jahren; schon 2019 schrieb die Branche in der DACH-Region insgesamt rote Zahlen.

  • 01

    Mehr Wettbewerb

    Der Wettbewerb um Neuanlagen wird immer intensiver.

  • 02

    Wenig Wachstum

    Die Wachstumsraten fallen zu niedrig aus.

  • 03

    Sinkende Margen

    Die Margen gehen stetig zurück.

  • 04

    Steigende Risiken

    Kaufmännische und technische Risiken nehmen permanent zu.

Potenzial

Das Potenzial liegt im Service.

52 Prozent der Unternehmen erzielen 26 Prozent ihres Umsatzes mit Serviceleistungen (KVD-Service-Studie 2020).

Bewährte Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr. Viele Unternehmen wollen ihre Bestandskunden stärker binden und suchen nach neuen, margenstarken Geschäftsfeldern. Die Antwort liegt im Servicegeschäft – auch wenn sich das in vielen Unternehmen noch nicht herumgesprochen hat.

Der Serviceanteil am Umsatz wird in den nächsten Jahren von 20 auf durchschnittlich 30 Prozent wachsen. Exzellenter, maßgeschneiderter Service ist ein wichtiger Grund für langfristige Zusammenarbeit im B2B. Und: Während im Neuanlagengeschäft fünf bis zehn Prozent Rendite üblich sind, sind im Service 40 bis 50 Prozent nicht ungewöhnlich.

Rechenbeispiel

Eine einfache Rechnung.

Ein Maschinenbauer mit 50 Mio. € Umsatz steigert den Serviceanteil – bei gleichem Gesamtumsatz und konservativ geschätzten 30 Prozent Rendite im Service.

Ausgangssituation:

  • Neuanlagen 85 % des Umsatzes, Marge 4 %
  • Service 15 % des Umsatzes, Marge 30 %
  • Gesamtmarge 3,7 Mio. € = 7 % ROS

Erhöhung Service-Umsatz um 10 % bei gleichbleibendem Gesamtumsatz:

  • Neuanlagen 75 % des Umsatzes, Marge 4 %
  • Service 25 % des Umsatzes, Marge 30 %
  • Gesamtmarge 5,3 Mio. € = 11 % ROS

Service macht krisenfest.

Wer sich auf das Servicegeschäft konzentriert, bindet seine Kunden stärker an das Unternehmen – und macht es mit besseren Margen gleichzeitig widerstandsfähiger gegen Krisen.

Kundenverhalten

Kunden erwarten mehr.

Wer im Service erfolgreich sein will, muss verstehen, wie sich Kunden verändert haben:

  • Sie informieren sich zuerst selbst und wissen deutlich mehr über Produkt und Markt.
  • Sie erwarten Mehrwert, der über die bloße Dienstleistung hinausgeht.
  • Mehr als die Hälfte des Beschaffungsprozesses ist abgeschlossen, bevor sie mit einem Verkäufer sprechen.
  • Trotz Automatisierung erwarten sie eine persönliche Service-Erfahrung.
  • Der Geduldsfaden wird kürzer: Antworten und Lösungen müssen schneller kommen.

Daraus folgt zweierlei: Unternehmen müssen Informationen über verschiedene Kanäle bereitstellen, um sich als vertrauenswürdige Experten zu positionieren. Und exzellenter Service wird schlicht erwartet – er muss schneller, umfassender und persönlicher werden.

Strategie

Service Excellence als Ziel.

Customer Centricity: Die ganze Organisation soll den Kunden an jedem Kontaktpunkt begeistern und so ans Unternehmen binden.

Orientierung bietet der DIN-Leitfaden für Service Excellence (DIN SPEC 77224). Er beschreibt sieben Kernelemente, die rund um das Ziel permanenter Kundenbegeisterung einen Kreislauf aus strategischen, operativen, kulturellen und innovationsbezogenen Elementen bilden:

  • Excellence-Verantwortung der Geschäftsführung
  • Excellence-Orientierung der Ressourcen
  • Vermeidung von Fehlern und Verschwendung
  • Erfassung relevanter Kundenerlebnisse
  • Kundenbegeisterung durch Service-Innovationen
  • Messung der Begeisterung und ihrer Effekte
  • Wirtschaftlichkeitsanalyse

Proaktiv

Proaktiv statt reaktiv.

Moderner Kundenservice ist proaktiv: Sie versuchen, Ihren Kunden möglichst genau zu verstehen, und liefern ihm Angebote und Antworten, bevor Probleme oder Unklarheiten entstehen. Das unterscheidet sich deutlich vom One-size-fits-all-Vertrieb mit reaktivem Service.

So binden Sie Kunden langfristig und entwickeln sie weiter: Welche Zusatzfunktionen braucht er noch, welchen Service würde er kostenpflichtig buchen, was gehört für ihn selbstverständlich zum ersten Auftrag? Wer nur reagiert, erkennt Probleme oft zu spät – dann steht der Kunde womöglich schon vor dem Absprung.

Touchpoints

Neue Touchpoints schaffen.

Mehr Kontakt als über eine oft verwaiste Hotline. Wählen Sie die Kanäle sorgsam und nutzen Sie Synergien – ein verwaistes Social-Media-Profil wirkt schlechter als gar keins.

  • 01

    Newsletter

    Inhalte aus der Arbeitswelt Ihres Kunden, die seine Tätigkeit erleichtern – nicht nur Produktneuheiten.

  • 02

    Social Media

    Ähnliche Inhalte wie im Newsletter, schnelle Infos zu Neuerungen und Umfragen für ein Meinungsbild.

  • 03

    Wissensdatenbank

    Self-Service wird wichtiger: gut strukturierte FAQs rund um Ihr Produkt.

  • 04

    Chatbot

    Immer erreichbar, beantwortet viele Fragen über die Wissensdatenbank und entlastet den Service – besser als jede Warteschleife.

  • 05

    Hotline mit Partner

    Abends und am Wochenende laufen die Maschinen weiter. Ein externer Partner nimmt Anliegen auf und überträgt sie in Ihr Ticketsystem.

  • 06

    Content Marketing

    Ein suchmaschinenoptimierter Blog zeigt Ihre Expertise und beantwortet die Fragen, die sich Ihren Kunden stellen.

Servicementalität

Service ist Chefsache.

Die Antwortzeit ist für Kunden der wichtigste Faktor, wenn sie den Kundenservice kontaktieren (HubSpot-Studie 2022).

Chatbots, Self-Service oder ein externer Dienstleister senken die Zahl der Support-Anrufe und Mails. Kürzere Antwortzeiten entstehen aber auch durch gut geschulte, motivierte Mitarbeiter, die sich auf exzellenten Service konzentrieren können. Und für die persönliche Note müssen Marketing, Vertrieb und After Sales an einem Strang ziehen.

Ausgezeichneter Service hängt nicht von der Tagesform Einzelner ab, sondern entsteht aus Struktur und Planung: mit sauberen Daten, reibungslosen Übergaben zwischen Abteilungen – und der Überzeugung, dass Service eine Wachstumschance ist und kein Kostenfaktor. Informieren Sie Ihr Team über die Umsatzpotenziale und teilen Sie positives Kundenfeedback im ganzen Unternehmen.

After Sales

Service-Vertrieb.

Wir heben Ihre Potenziale im Servicegeschäft.

Von der Service-Hotline über Maschinen-Verifizierung bis zum Angebots-Nachfass: Wir entwickeln und binden Ihre Bestandskunden – zugeschnitten auf Ihren Bedarf.

Rückruf vereinbaren

Pay-per-X

Der Königsweg: Pay-per-X.

Die Transformation zum Pay-per-X-Anbieter hat mehrere Vorteile:

  • „As-a-Service“-Modelle lassen sich genau an Kundenbedürfnisse anpassen.
  • Pay-per-X-Angebote lassen sich ausbauen und skalieren.
  • Servicegeschäft und Subscription-Modelle schaffen gleichmäßige Umsätze und Stabilität.
  • Sie erhalten mehr Planungssicherheit als im Neuanlagengeschäft.

Das bringt Komplexität und Risikoübernahme mit sich – aber auch eine sehr enge Kundenbindung und damit größere Umsatzpotenziale. Kunde und Hersteller begegnen sich auf einer neuen Ebene: Serviceleistungen sind immateriell, nicht lagerbar und werden sofort erbracht. Der Kunde ist immer beteiligt, er wird zum Co-Produzenten.

Durch den ständigen Austausch ist eine proaktive Servicementalität unverzichtbar. Diese Transformation braucht Zeit und Weitsicht – ein externer Dienstleister kann sie beschleunigen.

Outsourcing

Was ein Partner übernehmen kann.

Gerade standardisierte Prozesse eignen sich zum Outsourcing. Ihre Serviceorganisation gewinnt Kapazität für die persönliche Betreuung – und Sie erhalten die Leistungen aus einer Hand, zugeschnitten auf Ihren Bedarf.

Service-Hotline

Einer der wichtigsten Touchpoints: Gute Erreichbarkeit, zielgruppengerechte Kommunikation und professionelle Bearbeitung in definierten Prozessen sorgen für zufriedene Kunden.

Maschinen-Verifizierung

Sie liefern seit Jahrzehnten Maschinen in die Welt? Wir ermitteln, ob sie noch im Einsatz sind, und heben Service- und Ersatzteilpotenziale sowie Chancen für Retrofit oder neue Maschinen.

Angebotsnachverfolgung

Zum Beispiel bei Ersatzteilen: erschließt neue Umsätze im After Sales, stärkt die Kundenbindung und erhöht die Wandlungsquote. Mehr dazu im Whitepaper Achillesferse Angebotsnachverfolgung.

Up- und Cross-Selling

Auf Basis Ihrer Kunden- und Maschinendaten gewinnen wir Kunden gezielt für Verschleißteile, Modernisierungen oder Serviceverträge.

Mailing-Nachfass

Zielgerichtetes Nachtelefonieren macht Ihre Mailings und Angebote erfolgreicher – und verbessert nebenbei die Datenqualität für passgenaue Angebote.

Lieferanten-Nachfass

Kontinuierliche Kommunikation mit Ihren Lieferanten verkürzt Reaktions- und Lieferzeiten, wenn lange Wartezeiten oder fehlerhafte Bauteile die Geduld Ihrer Kunden strapazieren.

Kommunikationstraining

Freundliche, kompetente Kommunikation macht auch einen Servicefall zum positiven Markenerlebnis. Wir bereiten Ihr Team auf kritische Gespräche vor – mehr zum Kommunikationstraining.

Kundenzufriedenheitsbefragungen

Besseres Verständnis für Kundenbedürfnisse, frühzeitige Problemerkennung und passgenaue Angebote – für Unternehmen mit ISO-9001-Zertifizierung ohnehin Pflicht. Mehr zur Kundenzufriedenheit.

Praxis

Zwei Beispiele aus der Praxis.

Namhafter deutsch-japanischer Maschinenbauer

Seit mehreren Jahren unterstützen wir den Kunden europaweit im After Sales – im Kontakt mit Bestandskunden und Lieferanten, in über 10 Sprachen und integriert in seine Prozesse:

  • Angebotsnachverfolgung
  • Maschinen-Verifizierung
  • Austausch von Verschleißteilen
  • Lieferanten-Nachfass

Namhafter Anbieter von Intralogistiklösungen

Der Kunde führte zunächst unsere App lead ONE im Vertrieb ein, um Leads auf Messen digital zu erfassen – und wollte sie bald auch im Service nutzen. Mehrere tausend Servicetechniker stoßen weltweit beim Kunden vor Ort auf Verkaufschancen. Per Smartphone erfassen sie diese mit Spracherkennung und Fotos; auf Knopfdruck gehen sie an den zuständigen Verkäufer.

Fazit

Ein neues Mindset für den Service.

Der Maschinenbau in der DACH-Region steht vor großen Herausforderungen – nicht erst seit den Krisen der letzten Jahre, aber durch sie verstärkt. Die größten ungenutzten Umsatzpotenziale liegen im Servicegeschäft.

Um sie zu erschließen, braucht es eine ausgeprägte Servicementalität in der ganzen Organisation und das Ziel, proaktiven Service mit einem Pay-per-X-Angebot zu etablieren. Customer Centricity und Customer Experience sind dabei zentral. Für viele Unternehmen ist diese Transformation eine große Aufgabe – ein externer Dienstleister kann bei Entwicklung und Bindung der Bestandskunden unterstützen.

Autoren

Die Autoren.

lead on GmbH: Als B2B-Spezialist für Leadmanagement und Kommunikation unterstützt lead on Unternehmen aus Maschinenbau, Industrie und Logistik im After Sales dabei, Umsatzziele zu erreichen und Prozesse zu optimieren – mit professioneller Kundenansprache und dem Heben weiterer Potenziale bei Bestandskunden.

Michael Lachner, Lachner International Service Management: Nach Jahren als Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens befähigt er Unternehmen, selbstständig herausragenden Service zu erbringen – mit neuen Serviceleistungen, Geschäftsmodellen und einer proaktiven Servicekultur.

www.lachner-ism.com

Ansprechpartner

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Jan Steinert

Projektleitung Leadgenerierung & Kundenzufriedenheit

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